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Linde am Scheibbser Kapuzinerplatz wegen Pilzbefall entfernt


Bereits am 5. Mai wurde mit der Entfernung der großen Linde am Scheibbser Kapuzinerplatz begonnen, die mittlerweile bis auf das Wurzelwerk abgeschlossen ist, und auch dieses soll noch entfernt werden. Die Entscheidung darüber machten sich die Bürgermeisterin Christine Dünwald und die weiteren zuständigen Personen alles andere als leicht. Dünwald dazu: „Uns ist bewusst das dieser alte Baum den Platz jahrzehntelang besonders geprägt hat. Am ersten Blick hat der Baum ja auch noch relativ in Ordnung ausgesehen. Die am 4. Mai extra durchgeführte Baumüberprüfung der Linde durch Ing. Joseph Klaffenböck, einen beeideten gerichtlichen Sachverständigen für Baumpflege, Baumwertermittlung und Baumstatik hat aber leider ein anderes Ergebnis gebracht.“

Bei der Baumüberprüfung wurden vier Messungen (Norden, Westen, Osten, Süden) mittels einer Bohrmaschine Resistograph M 300 durchgeführt. Sie misst mit einem Planetengetriebe den Bohrwiderstand einer 1,5mm dicken Bohrnadel, deren Spitze 3mm dick ist. Laut Ing. Klaffenböck ist die Linde von einem Brandkrustenpilz (Ustulina deusta) befallen. Dieser zählt zu den gefährlichsten holzabbauenden Pilzarten. Der Brandkrustenpilz zersetzt bereits in einem frühen Befallsstadium den zentralen Wurzelbereich und den unteren zentralen Stammkern von Laubgehölzern. Vor allem wegen seiner unscheinbaren Fruchtkörper ist seine Gefährlichkeit lange unterschätzt worden. Neben einer intensiven Weißfäule kann der Pilz auch eine Moderfäule hervorrufen und somit unter hohen Feuchtigkeitsverhältnissen im Holz die Stand- und Bruchsicherheit von befallenen Bäumen extrem gefährden.

Dünwald weiter: „Die Empfehlung von Herrn Ing. Joseph Klaffenböck lautete, aufgrund der Messwerte und des Brandkrustenpilzes, die Linde so rasch als möglich um zu schneiden. Wir sind aus Sicherheitsgründen dieser Empfehlung natürlich sofort nachgekommen. Auch wenn es noch so schwer fällt sich den Kapuzinerplatz ohne diesen Baum vorzustellen. Es wird an dieser Stelle aber natürlich ein neuer Baum gepflanzt, aus Gründen des besseren Wachstums aber erst im Herbst.“